7a besucht Klassiker Macbeth on stage

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28.11.2016 - Christian Kusche

7a besucht Klassiker Macbeth on stage

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Hail thee, Macbeth! Thane of Glamis!
Hail thee, Macbeth! Thane of Cawdor!
Hail thee, Macbeth, who shall be king one day!

Mit diesen bekannten Worten begrüßen die drei “weird sisters” den ehrenhaften, ehrlichen und tapferen Soldaten Macbeth nach einem Kampf gegen Feinde. Was sich hier so harmlos als Blick in die Zukunft liest, entpuppt sich in weiterer Folge als ein Ansporn für Macbeth (nicht zuletzt aufgrund des Zutuns seiner ehrgeizigen [ambitious], nach Ruhm, Macht, Ehre und Anerkennung strebenden Frau Lady Macbeth), letztendlich seinen Verwandten und Freund King Duncan of Scotland skrupellos zu ermorden, als dieser bei Macbeth in seinem Hause [sic!] zu Gast ist, und an dessen Stelle das Amt zu übernehmen, wie es die Hexen prophezeit hatten. So erleben die Zuschauer den Wandel eines loyalen und ehrlichen Soldaten zu einem brutalen Tyrannen, ja, sogar Monster, der sprichwörtlich über Leichen geht, um auf dem Thron zu sitzen und dort sitzen zu bleiben (sogar sein bester Freund Banquo, der aus dem Off als Erzähler auftritt, muss daran glauben). Obwohl sich Gewissensbisse beim Ehepaar einstellen und das Blut symbolisch nicht von den Händen gewaschen werden kann, geben sie nicht auf und morden bis zum Schluss. Gier, Macht und das Böse siegen.

In Shakespeares letzter und kürzester Tragödie aus dem Jahre 1606 - wie sollte es anders sein - wird dieses Handeln im Sinne einer Läuterung gerächt, indem Lady Macbeth im Wahnsinn stirbt und Macbeth von Macduff im Kampf für die rechtmäßigen Thronfolge von Malcolm (Duncan’s Sohn) ermordet wird. Obwohl das kurzweilige Stück über 400 Jahre alt ist, hat es nichts an Aktualität der Themen eingebüßt, lassen sich doch in der Adaption von Clive Duncan folgende Aussagen wiederfinden:

This ancient story should hold meaning for you;
Change blades for bullets, kings for presidents,
Swap courts for boardrooms, gold and land for oil,
Then look around – the story keeps repeating –
For every powerful man who’s grown rich
You’ll find the innocents face down in a ditch.

Genial war auch die Performance der vier Schauspieler im Festspielhaus, die ganz im Sinne Shakespeares mit wenig Requisiten auskamen und vor allem die gewaltigen Worte zur Wirkung bringen und die Zuschauer/-innen in ihren Bann ziehen konnten sowie auch den Bezug zur Moderne (bullet-proof-vest statt Kettenhemd) gekonnt in Szene setzten; all das in einem wundervollen Englisch voller Shakespear´ scher Sentenzen und Weisheiten, die weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt sind. Allein die nicht all zu realistische oder zumindest für heutige Verhältnisse „komisch“ anmutende Darstellung der Kampfszenen scheint in den 400 Jahren etwas an Wirkung eingebüßt zu haben. In Summe hat die Aufführung dieses Klassikers sehr großen Gefallen gefunden und dafür auch entsprechenden Applaus erhalten! Der Shakespear´schen „power of imagination“ wird dabei ganz gezielt im Sinne dieses großen Meisters Rechnung getragen – und zwar nicht aus Gründen der „Reduktion der Formen/ Reduktion auf das Wesentliche“, wie dies heute bei einfallslosen Dramaturgen propagiert wird! Es ist also mehr als verständlich genug, ja, nahezu selbstverständlich, dass Shakespeare als DAS Vorbild für die deutsche Romantik (nicht nur) galt! Shakespeare ist nach wie vor ganz große klasse, sein Weltruhm mehr als verdient und begründet.

Robert Senoner

www.schooltours.at

[Bregenz, 25.11.2016, Klasse 7a]

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