Kabale und Liebe - Theaterbesuch der 6a

Kabale und Liebe 03
08.03.2012 - Christian Kusche

Kabale und Liebe - Theaterbesuch der 6a

Kabale und Liebe 03

„Kann der Mensch das Bündnis zweier Herzen entzweien?“

Um solchen und ähnlich tiefgreifenden Fragen auf den Grund zu gehen, traf sich ein Großteil der Klasse 6a in Begleitung von Prof. Senoner am 6.3.2012 am Landestheater in Bregenz ein. Schillers „Kabale und Liebe“ (1784) ist gleichsam eines der bedeutendsten Schauspiele, welches sich in die Riege des Genres des bürgerlichen Trauerspiels einordnen lässt. Fest steht, dass dieses Stück ob der sehr vielen wertvollen Themen wie Liebe, Vertrauen, Macht(missbrauch), Moral, Intrige, Ständekritik sowie nicht zuletzt Zwangsheirat nach wie vor als brandaktuell bezeichnet werden kann.

Im Mittelpunkt des Konfliktes steht die damals nicht standesgemäße und den Konventionen entsprechende Liebe zwischen der bürgerlichen Luise Miller - Tochter eines Musikus - und dem adeligen Sohn des Präsidenten, Ferdinand. Diese Liebe darf nicht sein und so spinnen der Vater Ferdinands und dessen Sekretär von Wurm eine miese Kabale, um die beiden Liebenden voneinander zu trennen. Das Motiv einer nicht erlaubten Liebe ist in der Literaturgeschichte wahrlich kein Geniestreich, jedoch schafft es Schiller auf faszinierende Art und Weise, die Tragik der fortlaufenden Handlung auf die Sprache und die Dialoge zu reduzieren. Luise und Ferdinand richten sich schlussendlich wissentlich zugrunde, gerade weil beide auf den Moralismus am absolutistischen Hofe und die dort geltenden (Ehe-) Gesetze nichts geben.

Der Theaterabend kann als durchaus gelungen betrachtet werden, die Inszenierung erwies sich als dezent modern (was für Bregenzer Verhältnisse an ein Wunder grenzt). Der Schlussapplaus fiel jedenfalls frenetisch aus. Ob dies der tollen schauspielerischen Leistung oder des sehnlichst herbeigewünschten und zu erwartenden Todes des Liebespaares gleichsam einem Laborversuch- nach sehr langen 3 Stunden und 15 Minuten- zuzuschreiben ist, sei dahingestellt. PS: Das nächste Mal wird hoffentlich auch die Kleidung der Boys „angemessener“ ausfallen …

Robert Senoner

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