Schüler der 7a besuchen Palliativstation Hohenems

Leben in Würde_02
13.05.2014 - Christian Kusche

Schüler der 7a besuchen Palliativstation Hohenems

Leben in Würde_02

13.5.2014: Mit einem vielleicht weniger angenehmen, dafür aber allzu tiefst menschlichen Thema setzte sich die Klasse 7a an diesem Nachmittag auseinander; und zwar mit Krankheit und Tod. In einer von Prof. Lässer und Prof. Senoner begleiteten Exkursion bot sich der Gruppe die Möglichkeit, der in einem ehemaligen kaiserlichen Jugendstil-Krankenhaus (dem ältesten und wohl schönsten Vorarlbergs zugleich) untergebrachten Palliativstation („palliare“ = lat. mit einem Mantel umhüllen, also schützen/ lindern) einen Besuch abzustatten. Die Eindrücke sind sehr vielfältig und durchwegs positiv, das Vorurteil eines „Ortes zum Sterben“ bestätigt sich nicht, zumal ca. 50% der Patient/-innen das Haus auch wieder verlassen.

„Man kann hier sterben, man muss aber nicht!“, zitiert Dr. Sarah Hackspiel dabei einen ihrer Chefs.

Die seit nunmehr 13 Jahren existierende Institution verfolgt im Wesentlichen vier große Ziele:

  1. Rehabilitation: Die Ermöglichung einer Wiedereingliederung in den Alltag.
  2. Symptomkontrolle: Die Verbesserung der Lebensqualität (etwa durch Schmerzlinderung)
  3. Terminale Begleitung: Die Begleitung in der letzten Lebensphase.
  4. Betreuung von Angehörigen.

Dabei fällt dem Besucher auf, dass diese Station im wahrsten Sinne des Wortes anders ist. Das Team ist interdisziplinär (Medizin, Psychotherapie, Seelsorge, Physiotherapie, Sozialarbeit und Pflege), arbeitet gemeinsam, nimmt sich Zeit für die Patient/-innen und sorgt so für ein positives Gefühl von Respekt und Würde. So können die Patient/-innen selbst entscheiden, was sie (tun) wollen und (was nicht). Man kann aufstehen, wann man will, man kann essen, was man will, man kann rauchen, wenn man will, man kann auf die neue Terrasse gehen, wann man will. Vor allem kann jede(r) selbstbestimmt Entscheidungen treffen; für uns sind das vielleicht Kleinigkeiten, für manche aber sind die kleinen Dinge im Leben aber die wichtigsten. Dinge, die einem das Gefühl geben, Herr und Frau seiner selbst zu sein.

„Pflege ist für uns die Kunst des Begegnens als Voraussetzung für unser Handeln. Wir möchten die Patient/-innen so pflegen, dass sie sich wahrgenommen und verstanden fühlen.“ (aus einer Broschüre des Krankenhauses)

Herzlicher Dank ergeht an Frau Dr. Sarah Hackspiel und an die Pflegeleitung in Person von Anna Frick für diese sehr besondere, vor allem aber lehrreiche Exkursion und den Einblick in die tolle und wertvolle Arbeit, die viele von uns vielleicht gar nicht machen könnten.

Robert Senoner

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