Schüler der dritten Klassen auf den Spuren der "Schwabenkinder"

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15.05.2013 - Christian Kusche

Schüler der dritten Klassen auf den Spuren der "Schwabenkinder"

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„Lustig, traurig, interessant, spannend, einfach toll. Es war berührend, zu sehen, wie die „Schwabenkinder“ lebten und wie hart ihr Leben war. Auch das Mitmach-Projekt hat mir sehr gut gefallen, das Essen hat mir geschmeckt – anderen aber nicht so.“ (Aaron Maier, 3a)

Wolfegg, 14.5.2013: Christian -ein Vorarlberger „Hütebub“- erzählte den Schülern der Klassen 3a und 3b hautnah über sein Leben als Arbeiter im Schwabenland, vom Ravensburger Kindermarkt, von Heimweh, von seinen Entbehrungen und von seinem harten Leben weg von zuhause. So wie ihm erging es Tausenden bis hinein in das 20. Jahrhundert. Auch durften die Jungs original erhaltene Kleidungsstücke (Hosen, Schuhe) bestaunen und „begreifen“.

Im Anschluss an die Führung durch die Dauerausstellung im Bauernmuseum Wolfegg konnten die Schüler in verschiedenen Gruppen mehr zum Thema „Alltag, Wohnen und Ernährung“ im 19. Jahrhundert erfahren und so wertvolle Einblicke in das Leben vor 100 Jahren gewinnen. Dabei konnte u.a. selber gemäht (Einige hätten laut Rudi wohl „vom Bauern an Tritt in den Hintern bekommen“, Prof. Senoner reüssierte allerdings gekonnt.), gemolken, Ziegen und Hennen gefüttert, Flachs gesponnen, Mehl gemahlen und sogar Brei gekocht werden. Was heute als museumspädagogischer „Gag“ gilt, war damals hartes, täglich Brot der Kinder (Die Kleinsten waren gerade mal 6-7 Jahre alt!). Johann Conrad Kostner, Verwalter auf Schloss Bludenz, berichtete bereits 1625:

„[…] wol ziehen alle Jahr zu Frühlingszeiten viel Kinder auf die Hüt nacher Ravensburg, Überlingen und ins Reich hin und wieder, welche aber vor und nach Martini zu Hause kommen.“

Ihren Höhepunkt erreichte die Kinderwanderung erst Anfang des 19. Jahrhunderts, als vermutlich einige Tausend Kinder aus den Alpen (Graubünden, Südtirol, Tirol) sowie dem Montafon und Bregenzerwald nach Oberschwaben kamen. Schätzungen gehen von über 4000 Kindern jährlich aus. 1836 berichtet eine Quelle, dass im Montafon bekanntlich die halbe Bevölkerung zeitlich auswandere und spricht von 700 Kindern, die allein aus diesem Tal jedes Jahr über den Sommer auswandere.

(Quelle: http://www.schwabenkinder.eu/de/schwabenkinder/das-schwabengehen/das-schwabengehen/) Ein –kleiner- 2-stündiger Spaziergang (Ein mehrmaliges „Wie weit ist es noch?“ lag dabei den Begleitpersonen ständig im Ohr!) auf den Spuren der „Schwabenkinder“ rundete den absolut gelungenen Exkursionstag ab, eine Besichtigung der Loretokapelle und der Wolfegger Barockkirche boten sich ebenfalls an. Ein Stau vor dem Pfändertunnel (Where else?) machte uns die Rückfahrt leider etwas madig, so dauerte es mind. 1 Stunde länger bis wir wieder müde, aber reich an Erfahrung in der Mehrerau ankamen.

Herzlicher Dank ergeht an die Kollegen Müller, Lenz sowie P. Andreas für die Begleitung und Beaufsichtigung.

[Ein (leicht) sonnenverbrannter] Robert Senoner

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