Schüler/-innen des Gymnasiums gestalten Jugendkreuzweg

Jugendkreuzweg_2018_12
23.03.2018 - Christian Kusche

Schüler/-innen des Gymnasiums gestalten Jugendkreuzweg

Jugendkreuzweg_2018_12

Am Donnerstagnachmittag, dem 23.03., fand in der Mehrerau der zweite Jugendkreuzweg statt. Neben Schülerinnen und Schülern, Erzieherinnen und Erziehern, Lehrerinnen und Lehrern machten sich auch der Herr Direktor und Teile der Klostergemeinschaft auf den Leidensweg Jesu. An sechs Stationen wurden die unterschiedlichen Etappen Jesu auf dem Weg zum Kreuz meditiert und bedacht, von verschiedenen Klassen gestaltet und wunderbar von den Musikern um Christian Faißt umrahmt. Neben der Verurteilung, dem Fallen Jesu unter dem Kreuz und der Hilfe durch Simon von Cyrene wurden auch Kreuzigung und Tod beschrieben.

Die Maturanten machten sich Gedanken zur zweiten Station, der Übernahme des Kreuzes durch Jesus und verfassten zu folgender Bibelstelle einen Kommentar: "Darauf sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wer mein Jünger sein will, verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen" (Mt 16,25). Der Kommentar von Dragan Marceta zum Nachlesen und Nachdenken:

Der erste Teil klingt noch einigermaßen annehmbar und erträglich, der zweite jedoch scheint vollkommen verrückt. Haben wir nicht schon genug Probleme? Soll unser Leben noch mühsamer werden? Wir sind froh, wenn wir die Schule mit Matura und Schularbeiten einigermaßen hinbekommen und dann auch noch zusätzlich ein Kreuz auf sich nehmen? Für was? Was ist die Belohnung? Für nichts. Was ist das für eine Freundschaft, wenn wir unser Leben hergeben sollen? Wir, die wir doch so sehr an unserem Leben hängen. Das scheint der entscheidende Punkt zu sein. Unser Leben, unsere Vorstellungen, unsere Wünsche. Oder anders ausgedrückt: Ich, ich, ich. Um etwas in den Köpfen und vor allem in den Herzen der Menschen zu bewegen, hat Jesus schon immer provoziert und übertrieben. Die Botschaft ist klar: Es geht darum, unseren Egoismus hintenanzustellen und auch auf den Nächsten zu schauen. Vielleicht nämlich ist die Aufforderung sein Leben zu verlieren, von der Jesus spricht, auf unser tagtägliches Leben zu übertragen. Sicherlich kann unter „verlieren“ das Leben gemeint sein, das man für Jesus im Extremfall hingibt, doch kann nicht auch die vermeintlich verlorene Zeit, verlorene Lebenszeit gemeint sein, die man für wohltuende Zwecke anderer aufbringt? Alltägliches Handeln, das nicht Leid, sondern Freude hervorruft, hoffnungsvoller Glaube, der auch andere ansteckt? Oder solidarisches Verhalten, das nicht im Sinne eines einzelnen, sondern im Interesse aller steht – all das kann mit Aufopferung gemeint sein, die zwar kurzweilig das persönliche, egoistische Leben einschränkt, aber auf Dauer nicht nur das Leben anderer bereichert, sondern auch das eigene bereichert bis bewahrt.

Jugendkreuzweg_2018_02
Jugendkreuzweg_2018_01
Jugendkreuzweg_2018_03
Jugendkreuzweg_2018_04
Jugendkreuzweg_2018_05
Jugendkreuzweg_2018_06
Jugendkreuzweg_2018_07
Jugendkreuzweg_2018_08
Jugendkreuzweg_2018_09
Jugendkreuzweg_2018_10
Jugendkreuzweg_2018_11
Jugendkreuzweg_2018_12