Schüler der Theatergruppe und der 2b lernen "Fanes" kennen

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01.07.2013 - Christian Kusche

Schüler der Theatergruppe und der 2b lernen "Fanes" kennen

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„Fanes- Die Geschichte einer Landschaft“ soll unser Stück, das die Theatergruppe der Mehrerau im Herbst aufführen möchte, heißen.

Fanes ist eine Landschaft in den Dolomiten: sie ist reich ist an Sagen, sie weist einmalige Oberflächenformen und Karstphänomene auf und hier verlief die ehemalige österreichisch-italienische Grenzlinie. 2014 jährt sich der Ausbruch des 1. Weltkrieges zum hundertsten Mal. Damals wurde im Gebirgskrieg auf 2.000 bis 3.000 m Höhe gekämpft. Viele Menschen starben unter Lawinen, durch Steinschlag, stürzten ab oder erfroren. An dieses schreckliche Ereignis soll unser Theaterstück erinnern, wir beschäftigen uns darin aber auch mit der Entstehung der Dolomiten, mit der Sage „Das Reich der Fanes“ und mit dem Umgang der Natur heute.

Vorher aber wollten wir diese Landschaft näher kennenlernen. Und so machte sich die Theatergruppe und die Klasse 2b am Montag, den 24. Juni bei Nebel und leichtem Nieseln auf den Weg, um diese Kulturlandschaft zu erkunden. Begleitet wurden die Schüler von den Lehrpersonen Clothilde Unteregelsbacher, Richard Beck, Simon Getzner und dem Buschauffeur Georg, der sich als erfahrener Bergsteiger erwies. Anstatt auf halber Strecke im kleinen Piciodélsee die Füße einzutauchen, konnten sich die Schüler hier bei einer Schneeballschlacht vergnügen. Und bei der Schutzhütte Fanes (2.060 m), wo wir übernachteten, lag die Alpenblumenpracht unter einer 10 cm hohen Schneedecke versteckt. Kein Wunder, dass sich die Schüler erstmal nur mit ihren Handys beschäftigten. Aber leider, eingekreist von hohen Bergen gab es hier kein Netz. Es brauchte etwas Zeit bis allen klar war, dass sie sich hier mitten in der Natur befanden. Spätestens am nächsten Tag, als wir nach einem ausgiebigen Frühstück zur Wanderung ins Hochgebirge aufbrachen, konnten sich die Schüler auf die Schönheit der Bergwelt einlassen. An manchen Stellen war bereits der Neuschnee geschmolzen, Enzian und vereinzelte Alpenrosen wurden sichtbar, eine Gämse, ein Murmeltier. Und dann wurde es ernst – auf dem Weg zum Monte Castello (2.760 m) lag zum Teil noch 20 bis 30 cm Schnee. Schüler mit einfachen Turnschuhen hatten es immer schwerer, doch schafften es alle bis auf 100 m unter den Gipfel. Dann musste sich die Gruppe wohl oder übel trennen. Aber 13 von 21 Schülern erreichten eine Stunde später das Ziel.

Die anderen acht kehrten in Begleitung zurück bis unter die Schneegrenze, wo sie im Eiswasser zu schwimmen versuchten. Müde und etwas erschöpft kehrten wir alle gemeinsam am späten Nachmittag zurück zur Schutzhütte. Acht besonders Interessierte wollten am nächsten Tag unbedingt zur frühen Morgenstunde geweckt werden, um die Murmeltiere zu beobachten, bevor die ganze Gruppe bei strahlendem Sonnenschein nach Pederü zurückwanderte.

Das Interesse und die Begeisterungsfähigkeit der Schüler machten diesen Ausflug zu einem angenehmen Abschluss eines anstrengenden Schuljahres.

Clothilde Unteregelsbacher

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