3a auf Spurensuche: Geschichte und Moderne

Schwabenkinder_Zeppelin_3a_2017_02
26.04.2017 - Christian Kusche

3a auf Spurensuche: Geschichte und Moderne

Schwabenkinder_Zeppelin_3a_2017_02

Beginnend mit einem Zitat möchten wir Sie auf eine kleine Zeitreise einladen:

„[…] wol ziehen alle Jahr zu Frühlingszeiten viel Kinder auf die Hüt nacher Ravensburg, Überlingen und ins Reich hin und wieder, welche aber vor und nach Martini zu Hause kommen.“

Der erste schriftliche Beleg für eine Kinderwanderung reicht ins Jahr 1625 zurück. Johann Conrad Kostner, Verwalter auf Schloss Bludenz, berichtete wie oben nachzulesen an die Regierung in Innsbruck. Ihren Höhepunkt erreichte die Kinderwanderung erst Anfang des 19. Jahrhunderts, als vermutlich einige Tausend Kinder aus den Alpen nach Oberschwaben kamen. Schätzungen gehen von über 4.000 Kindern jährlich aus. 1836 berichtet eine Quelle, dass im Montafon bekanntlich die halbe Bevölkerung zeitlich auswandere und spricht von 700 Kindern, die allein aus diesem Tal jedes Jahr über den Sommer auswandere. (Quelle: http://www.schwabenkinder.eu/de/schwabenkinder/das-schwabengehen/das-schwabengehen/)

Auch aus der Schweiz sowie Südtirol und teilweise aus dem Trentino kamen diese Kinder zu Fuß über die unwirtlichen und verschneiten Pässe bei Eiseskälte [damals gab es noch Winter und keinen Arlbergtunnel] ins „Schwabenland“, um sich hier von März bis Oktober zu verdingen und Geld für ihre Familie zu verdienen. Das Leben war voller Elend, Hunger, Kälte, Einsamkeit, harter Arbeit und Entbehrungen. In der Tat sind viele dieser Erlebnisse aus heutiger Sicht für jedermann mehr als unvorstellbar (Kinderarbeit?, ohne Smartphone?, ohne Internet?, alleine weg von Zuhause?). Eine intensive Auseinandersetzung mit dieser Thematik erachten die Lehrpersonen der 3a als wichtigen Bildungsauftrag.

Am Donnerstag, den 20. April 2017, begab sich die Klasse 3a daher auf Spurensuche (auch als Anknüpfungspunkt zum [von einem Großteil der Schüler!] im Unterricht gelesenen Roman „Der Hungerweg“) in Wolfegg die von einem EU-Projekt geförderte Dauerausstellung zum Thema „Die Schwabenkinder“ besuchen. Hier wird diesen Kindern eine Stimme verliehen, ein Name und sie erzählen von ihren authentischen Schicksalen. Wer das Museum in Wolfegg nicht kennt, dem sei dieses wärmstens empfohlen, auch Erwachsenen: Mehr Informationen zu den „Schwabenkindern“, dem Bauernmuseum, Kooperationspartnern und den „Wander-Apps“ finden Sie unter http://www.bauernhausmuseum-wolfegg.de/.

Im Anschluss daran wurden die Schüler in eine ganz andere fiktionale Zeit versetzt, der Besuch der „Star-Trek-Ausstellung“ im Dornier Museum Friedrichshafen (http://www.dorniermuseum.de/de/museum/Star-Trek-50-Jahre-Raumschiff-Enterprise.php) stand auf dem Plan, wo die Schüler und Begleitpersonen einen Einblick in diese Kultserie, die seit den Sechzigern Generationen zu begeistern wusste und weiß (immer noch), gewinnen konnten. Dazu heißt es auf der Homepage des Dornier Museums etwa:

„Die Ausstellung zeigt, dass die Geschichten rund um das Raumschiff Enterprise zahlreiche Ingenieure bei deren Entwicklungen in der Luft- und Raumfahrt und weiteren Bereichen bis heute inspirieren. Daneben spielen die humanistischen Ideen von Star Trek, welche die Gesellschaft bis heute prägen, eine wichtige Rolle. Spannende Hintergrundgeschichten zur Entstehung einer Sci-Fi Serie, den Figuren und deren Abenteuern begleiten Besucher durch die Ausstellung.“

Den Begleitpersonen Prof. Hübner sowie Prof. Müller sei herzlich gedankt ebenso wie Herrn Reichart, welcher die Star-Trek-Führung organisiert und die Klasse dazu eingeladen hat.

Robert Senoner

Schwabenkinder_Zeppelin_3a_2017_01
Schwabenkinder_Zeppelin_3a_2017_02
Schwabenkinder_Zeppelin_3a_2017_03
Schwabenkinder_Zeppelin_3a_2017_04
Schwabenkinder_Zeppelin_3a_2017_05
Schwabenkinder_Zeppelin_3a_2017_06
Schwabenkinder_Zeppelin_3a_2017_07
Schwabenkinder_Zeppelin_3a_2017_08
Schwabenkinder_Zeppelin_3a_2017_09
Schwabenkinder_Zeppelin_3a_2017_10
Schwabenkinder_Zeppelin_3a_2017_11
Schwabenkinder_Zeppelin_3a_2017_12
Schwabenkinder_Zeppelin_3a_2017_13
Schwabenkinder_Zeppelin_3a_2017_14
Schwabenkinder_Zeppelin_3a_2017_15
Schwabenkinder_Zeppelin_3a_2017_16
Schwabenkinder_Zeppelin_3a_2017_17
Schwabenkinder_Zeppelin_3a_2017_18
Schwabenkinder_Zeppelin_3a_2017_19
Schwabenkinder_Zeppelin_3a_2017_20
Schwabenkinder_Zeppelin_3a_2017_21
Schwabenkinder_Zeppelin_3a_2017_22
Schwabenkinder_Zeppelin_3a_2017_23
Schwabenkinder_Zeppelin_3a_2017_24
Schwabenkinder_Zeppelin_3a_2017_25
Schwabenkinder_Zeppelin_3a_2017_26
Schwabenkinder_Zeppelin_3a_2017_27
Schwabenkinder_Zeppelin_3a_2017_28
Schwabenkinder_Zeppelin_3a_2017_29
Schwabenkinder_Zeppelin_3a_2017_30
Schwabenkinder_Zeppelin_3a_2017_31
Schwabenkinder_Zeppelin_3a_2017_32
Schwabenkinder_Zeppelin_3a_2017_33
Schwabenkinder_Zeppelin_3a_2017_34
blog comments powered by Disqus