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Markus Peintner im Interview

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Markus Peintner, ehemaliger Schüler des Collegium Bernardi und jetziger Eishockeyprofi, über seine prägende Schulzeit, Disziplin und Ehrgeiz sowie die Erfüllung eines Lebenstraumes:

Markus, du warst von 1991 bis 1999 Schüler im Collegium Bernardi. Wie hast du deine Schulzeit erlebt?

Markus Peintner: Meine Schulzeit im Collegium Bernardi hat mich sehr geprägt. Bereits während meiner Zeit in der Mehrerau habe ich mehrmals pro Woche Sport getrieben. Ganz einfach erklärt, war die Devise: keine guten Noten, kein Eishockey. So musste ich in frühen Jahren bereits mit einem gewissen Druck umgehen. Ich hab früh begonnen mir Ziele zu stecken und diese mit Disziplin, Ehrgeiz und Hartnäckigkeit zu verfolgen. Ich würde rückblickend sagen, diese Zeit hat mich am meisten geprägt.

Was ist dir besonders in Erinnerung geblieben? Gab es besondere Ereignisse, an die du gerne zurückdenkst?

Markus Peintner: Spezielle einzelne Ereignisse kann ich keine hervorheben – alle acht Jahre waren was ganz Besonderes. Es war zwar nicht immer einfach für mich, Sport und Schule unter einen Hut zu bringen, aber schlussendlich hat mich das Collegium Bernardi auch zu einem großen Teil zu der Person gemacht, die ich heute bin. Ich lernte nicht nur Disziplin, sondern vor allem auch wie man sich in einer großen Gemeinschaft verhält. Die Matura ist mir natürlich sehr gut in Erinnerung geblieben. Die ganze Vorbereitung darauf, die Aufregung und natürlich auch die abschließenden Feiern – die gehören einfach dazu.

Was verbindet dich heute noch mit dem Collegium Bernardi?

Markus Peintner: Ich glaube, jeder Schüler, der jemals in der Mehrerau war, bleibt sein Leben lang mit ihr verbunden. Meine Zeit in Vorarlberg ist allerdings sehr gering, meist verbringe ich maximal zwei Wochen im Jahr zu Hause. Wenn ich aber dann mal im Ländle bin, versuche ich auch in der Schule vorbeizuschauen. Vor allem wenn ich Freunde von meinem jetzigen Wohnort Kärnten dabei habe, ist es mir wichtig ihnen zu zeigen, wo ich einen Großteil meiner Jugend verbracht habe.

Deine Leidenschaft ist das Eishockey. Wie ließ sich deine Passion mit der Schule verbinden und wie schaut dein Leben als Eishockeyprofi heute aus?

Markus Peintner: In meiner Klasse war ich der einzige Sportler. Es war für mich nicht immer einfach, Schule und Sport unter einen Hut zu bringen –
ich bin quasi immer unter Strom gestanden. Denn wenn meine Mitschüler Pause machten oder ihre Freizeit genossen haben, musste ich trainieren. Ich hatte aber im Collegium Bernardi sehr viel Glück: Sowohl meine Lehrer/-innen als auch die Erzieher haben mich immer unterstützt, mir die Chance gegeben mich im Sport weiterzuentwickeln und haben mir nie Steine in den Weg gelegt. Ohne diese Hilfe hätte ich es als Eishockeyspieler wahrscheinlich nie so weit gebracht.
Mein jetziges Leben als Profisportler sieht so aus: Die Saison geht meistens acht Monate. In dieser Zeit finden die Spiele jede Woche am Dienstag, Freitag und Sonntag statt. Dazwischen wird regeneriert und trainiert. Nach der Saison bleibt mir meist nur wenig „freie“ Zeit, da es dann gleich mit der Nationalmannschaft zu Weltmeisterschaften geht.

Dein Treffer im Spiel gegen Deutschland beim Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele war der entscheidende. Was bedeutet für dich das Lösen des Olympiatickets?

Markus Peintner: Mit der Qualifikation für die Olympiade in Sotschi 2014 ist für mich ein Traum in Erfüllung gegangen. Es ging alles für mich so schnell: Zuerst bin ich gar nicht im Aufgebot für das Qualifikationsturnier gestanden, dann wurde ich drei Tage vor Beginn des Turniers nominiert. Dass dann das Ganze so ausgeht, dass ich im Spiel gegen Deutschland das entscheidende Tor schieße, war der absolute Wahnsinn und das hätte ich mir nicht mal erträumt. Als Team können wir richtig stolz darauf sein, was wir für unser Heimatland erreicht haben.

Was möchtest du den jetzigen Schülern des Collegiums mit auf den Weg geben?

Markus Peintner: Sie sollen die Zeit in der Mehrerau genießen, denn wenn man sie richtig nützt, kann sie für ihr weiteres Leben prägend sein. Auf der einen Seite bin ich der Überzeugung, dass die Schüler mit viel Ehrgeiz und Disziplin an die schulischen Herausforderungen herangehen sollten. Auf der anderen Seite dürfen sie aber niemals vergessen, dass zum Leben auch viel Spaß und Freude gehört und genau das darf man sich nie nehmen lassen. Auch wenn der Alltag manchmal recht stressig ist und man vielleicht auch manchmal nicht mehr weiter weiß, sollte der Blick immer positiv nach vorne gerichtet sein.
Carpe Diem.

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